Informationen über die luxemburgische Rundfunkszene
Drei Sendertypen
Nationale Sender (100Komma7, RTL Lëtzebuerg, RTL Radio)
Regionale Sender (ARA, DNR, Eldoradio, Latina)
Lokale Sender (über 40 möglich)
Nationale Sender
hohe Sendeleistungen von 50.000 Watt bis 100.000 Watt
Quasi nationale Abdeckung
Regionale Sender
In Luxemburg gibt es 4 verschiedene Betreiber von regionalen Sendern.
Pro Betreiber ein Hauptsender in Luxemburg-Stadt mit 1.000 Watt Sendeleistung.
Pro Betreiber mindestens 3 Füllsender verteilt im Land mit 100 Watt Sendeleistung.
nur s.à r.l. können solch ein Netzwerk bestehend aus mindestens 4 Sendern betreiben.
Lokale Sender
In Luxemburg gibt es bis zu 40 lokale Sender.
Jeder lokale Sender darf nur eine Frequenz mit 100 Watt Sendeleistung benutzen.
Ursprünglich waren nur 5 Frequenzen für diese 40 lokalen Sender vorgesehen.
Lokale Sender stören sich massiv gegenseitig, da oft die gleichen Frequenzen benutzt werden.
Auf Initiative von Radio LRB wurde das Stereosenden erlaubt, nachdem ursprünglich nur Mono erlaubt war.
Maximale Antennenhöhe: 20 Meter, ausser Sondergenehmigung mit entsprechender Sendeleistungsherabsetzung.
nur a.s.b.l können eine Sendegenehmigung für lokale Sender beantragen.
REGIONAL 1/4: Radio ARA 103.3 und 105.2
Roy Peter im Studio 1 von Radio ARA. Das Mischpult im Studio 1 von Radio ARA.
Edy Krier im Studio von Radio ARA auf Promotion Tour für seine neue TV-Dokumentationsserie über die Piratensender in Luxemburg.
Antenne in Asselborn bei Ulflingen
Antenne in Merscheid
Antenne in Echternach
REGIONAL 2/4: Radio DNR 102.9 und 104.2 und 107.7
Zeitungsartikel
Antenne Blachette
Antenne Kirchberg
Antenne Liefringen
Antenne Pfaffenberg
Antenne Süden
Antenne Tettingen in Deutschland
REGIONAL 3/4: Eldoradio 105.0 und 107.2
Antenne Kirchberg
Antenne Bonnevoie (früher)
REGIONAL 4/4: Radio Latina 101.2 und 103.1
Antenne Leudelingen
Antenne Hoffelt
LOKAL: Radio Aktiv Echternach 106.5
LOKAL: Radio Amizade Esch-Alzette 106.0
LOKAL: Radio Belle Vallée Belvaux 107.0
Seit der Eröffnung von Radio Belle Vallée im Jahr 1993 war Daniel Dondlinger dort Animateur bis Anfang 2003.
LOKAL: Radio City FM Esch-Alzette 100.2
LOKAL: Radio Classique Bergem RCB 106.0
LOKAL: Radio Challenger Differdange 102.2
Quelle: Daniel Dondlinger, Olivier Noël
Die Sendegenehmigung von Radio Challenger wurde nicht verlängert.
Auf den folgenden Fotos sehen Sie Olivier Noël
Auf den folgenden Fotos sehen Sie Daniel Dondlinger
1993 begann Radio Challenger in der Emile Marck Strasse in Differdingen. Die Studios befanden sich über der Kneipe "Beim Josette". Marc Gatti war damals Präsident.
Später zogen sie ins Centre Medico in die Grand-rue um. Das ist das grosse Gebäude hinter dem Marktplatz. Am Ender der 90er Jahre waren viele lokale Politiker in dem Verein.
2003 zeigte der belgische Sender Interesse an Radio Challenger. Im Radio Data System RDS konnten die Zuhörer auf dem Autoradio folgenden Text sehen: "Radio Challenger - Must FM". Deswegen gab es Probleme mit der Medienkommission und Must FM durfte nicht mehr verwendet werden. In dieser Periode wurde auch in Stereo gesendet und das Empfangsgebiet vergrösserte sich. Alle Volksmusiksendungen wurden abgesetzt und es wurde ein komerzielles Radio aufgebaut. Auf Must FM, Radio Waky und Radio Challenger liefen beispielsweise die gleichen Werbungen und es wurden z.B. Eintritte für Walibi verspielt. Englisch- und französischsprachige Animateure von Radio Must FM machten von April 2004 bis Juli 2004 im Studio von Radio Challenger in Differdingen Sendungen. Als Musiksoftware wurde das Virtual Studio benutzt. 2004 erkrankte Marc Anthony, der Chef von Radio Challenger. Er zog sich aus dem Sender zurück und er verstarb im Juni 2005 an.
2005 übernahmen wieder die Schlagermusikanimateure das Ruder. Must FM zog sich wieder zurück, da sie eine andere Auffassung bezüglich der Programmgestaltung hatten.
Im Februar 2006 kehrte Daniel Dondlinger wieder zu Radio Challenger zurück bis Januar 2007. 2007 zeigte Bob Christy, der Chef vom ehemaligen Radio Waky, der ja dichtgemacht wurde, Interesse an Radio Challenger. Im Januar sollte die Sendeantenne an einem anderen Ort aufgestellt werden. Die Büros vom Centre Medico sollten auch neu eingerichtet werden. Einige Zeit später wurde der Sendebetrieb eingestellt.
Wir bedanken uns bei Olivier Noël für die Bereitstellung der Jingles von Radio Challenger. Die Internetadresse vom Webradio, wo Olivier seit 2007 animiert und auflegt ist folgende: http://www.inthemixradio.lu. Enjoy the music!
Die meisten belgischen Lokalsender dürfen mit maximal 100 Watt Sendeleistung E.R.P. senden. Nirgens in Europa haben jedoch Rundfunksender mit 100 Watt eine so hohe Reichweite wie in Belgien bei gleichen Bedingungen. Erstaunlich! Wie ist sowas nur möglich ?
Die Frequenzen sind europaweit koordiniert und aufeinander abgestimmt. Wenn einige Rundfunksender ihre maximalen Sendeleistungen nicht einhalten, kommt es notgedrungen zu Störungen von Nachbarsendern. Die ganze Frequenzkoordination macht dann wenig Sinn. Sender aus einem Land x stören in diesem Fall auch Sender in einem Land y.
Waky
2005 musste Radio Waky auf 107,0 MHz aus Itzig-Hesperange den Sendebetrieb einstellen. Unter anderem soll die Sendeleistung viel zu hoch gewesen sein. Nach einer kurzen Sendepause sendete Radio Waky Europe aus Belgien, in der Nähe von Arlon, auf 107,0 MHz und etwas später auf 95,0 MHz. Ob für den Betrieb des Senders eine Genehmigung vorliegt und ob die Sendeleistung eingehalten wird, ist uns nicht bekannt. Fest steht allerdings, dass es sich um eine sehr gute Frequenz handelt und dass der Sender im ganzen Süden von Luxemburg, in der Hauptstadt, bis hin nach Ettelbrück und Diekirch zu empfangen ist, bei erlaubten 100 Watt.
Lesen Sie hier das Urteil bezüglich der Sendelizenzentziehung von Radio Waky. (Quelle: Tribunal Administratif http://www.ja.etat.lu)
Tango - Sunshine
Bei Radio Tango-Sunshine gingen am 31. Dezember 2002 die Lichter aus. Radio Tango-Sunshine sendete aus dem Studio in Bartringen über die Sendeantenne beim Cessinger Fussballfeld. Es wurde ihnen unter anderem zur Last gelegt, die erlaubte Sendeleistung um ein vielfaches überschritten zu haben. Des weiteren gabs Unstimmigkeiten mit dem Lastenheft (cahier de charges). Es wurde Widerspruch eingelegt, aber ohne Erfolg, wie aus Justizkreisen zu erfahren war. In Luxemburg finden nämlich des öfteren unangemeldete Kontrollen statt, um die Konformität der Sender zu kontrollieren.
Luxemburg
Das neue luxemburgische Mediengesetz wurde am 27. Juli 1991 verabschiedet. Seitdem wurden keine bedeutenden Veränderungen mehr vorgenommen. Die Frequenzprobleme sind hausgemacht. Für 40 Lokalsender wurden ursprünglich nur 5 Frequenzen verwendet. Die Frequenzen sind also in Luxemburg mehrfach von Lokalsendern belegt. Dies führt logischerweise zu technischen Überlagerungen.
Vorgesehen war, dass Lokalsender nur in einem Umkreis von 5 km senden sollen, eben lokal begrenzt. Versuche im Ausland haben jedoch gezeigt, dass solche Dorfsender keine Überlebenschance haben und dort nach einiger Zeit fast alle dichtgemacht haben.
Störungen zwischen Radio LRB und Radio Düdelingen
Radio LRB und Radio Düdelingen störten sich gegenseitig. Die Frequenz 103,9 von Radio Düdelingen war für Kayl vorgesehen. Die gleiche Frequenz 103,9 von Radio LRB war für Roeser vorgesehen. Das Mediengesetz sieht jedoch vor, dass Antennenstandorte um bis zu 5 km verlegt werden können. Dies taten dann auch beide Sender, nicht etwa in entgegengesetzter Richtung, sondern in entgegenkommender Richtung. Die eine Antenne stand nun in Düdelingen und die andere in Bettemburg, etwa 3 km Luftlinie voneinander entfernt. Das Chaos war perfekt. Eine Neuzuteilung von Frequenzen muss auf bürokratischem Wege mit den 3 Nachbarländern und den Niederlanden abgestimmt werden. Das ganze hin und her dauerte 3 Jahre. Radio Düdelingen bekam nach zähen Verhandlungen daraufhin 103,6 zugeteilt und Radio LRB konnte die Frequenz 103,9 behalten.
Piratenradios
Etliche Jahre vor dem Erscheinen des Mediengesetzes waren in Luxemburg viele Piratenradios ohne Genehmigung auf Sendung. Es kam auch zu einer spektakulären Schliessung des Senders M103 in Medernach, weil dieser angeblich den Funkverkehr der zivilen Luftfahrt störte. Es soll echt was los gewesen sein in dem idyllischen Dorf, als die Polizei das Studio stürmte und die Verantwortlichen mit Handschellen abführte. Des weiteren kam es zu der Schliessung von dem beliebten Jugendsender Radio RFM, der aber einige Wochen danach wieder auf Sendung ging.